Soziale Angst

Eine illustrative Auseinandersetzung

Soziale Angst – eine theoretisch-gestalterische Auseinandersetzung

Soziale Angst – eine theoretisch-gestalterische Auseinandersetzung

Ich sitze im Sand, beobachte die anderen beim ausgelassenen Graben und habe die ständige Angst, dass sie auf mich zukommen, mich ansprechen, etwas von mir wollen und erwarten, mein Spielzeug greifen und selbst damit spielen, ohne dass ich dann etwas dagegen tun kann. Ich selbst traue mich nicht, ein anderes Kind anzusprechen. Ich weiß nicht was ich sagen oder machen soll. Ich bin froh über die Distanz, über den fehlenden Druck und die ausbleibende Unsicherheit, wenn ich lediglich für mich alleine spiele. Dennoch wünsche ich mir nichts mehr, als so unbekümmert zu sein wie alle anderen.

Soziale Phobie – nicht einfach nur die Angst vor menschlichen Begegnungen und zwischenmenschlichen Kontakten. Viel mehr die Angst davor, sich lächerlich zu machen. Unangenehm aufzufallen. Die Angst vor negativer Beurteilung, vor dem Nein sagen, vor Ablehnung und davor, nicht zu genügen und zu gefallen. Eine Situationsangst, die sich stets anders äußert, anfühlt und verhält – aber den Alltag in jedem Fall massiv einschränkt und sich steigern kann bis hin zur Vereinsamung und Depression. In ihrer Form dennoch individuell von einem Betroffenen zum anderen, individuell von einer Situation zur nächsten.

Soziale Angst – eine analog-digitale Auseinandersetzung

Eine persönliche Auseinandersetzung

Genau so individuelle Gestaltung, Illustrationen und persönliche Texte beschäftigen sich sowohl in analoger als auch in digitaler Buchform mit dem Thema der – so habe ich meine Arbeit genannt – Sozialen Angst. Ein Titel, der etwas mehr Nähe zulässt, etwas Empathie und einen Hauch von Normalität – denn nicht jeder Mensch hat eine Phobie, dafür allerdings Angst.

Soziale Angst – eine analog-digitale Auseinandersetzung

Erzählungen aus der Sicht einer Betroffenen: Das Spielen im Sandkasten. Mein Alltag im Kindergarten. Das Erwachsenwerden, das sowieso schon nicht einfach ist. Gefühle und Gedanken in ganz alltäglichen Momenten, die mich bis heute begleiten und es vielleicht für immer werden.

Soziale Angst – eine analog-digitale Auseinandersetzung
Soziale Angst – eine analog-digitale Auseinandersetzung

Eingeleitet wird mein Buch mit einer sachlichen Erläuterung der – meiner Meinung nach – wichtigsten Begriffe in diesem Kontext: Schüchternheit, Mutismus und Soziale Phobie. Da es eben nicht mein Ziel war, einen weiteren Ratgeber zu erstellen und zu gestalten, folgen ausschließlich Geschichten aus meinem Leben. Als Ergebnis meiner Bachelorarbeit sollte ein eindrucksvolles aber auch handliches Buch für Zuhause oder unterwegs entstehen; in der Hoffnung, den Leser so lebhaft wie möglich in meine Gefühls- und Gedankenwelt entführen zu können. Ganz gleich, ob dieser ebenfalls ein Betroffener ist oder ein völlig Themenfremder. Ich möchte sowohl mehr Offenheit als auch mehr Verständnis für diese Form der Angststörung gewinnen; das Tabu brechen, das trotz allen Wandels bis heute noch immer alle psychischen Erkrankungen überschattet.

Soziale Angst – eine analog-digitale Auseinandersetzung

Weder gewöhnlich noch oberflächlich

Nicht umsonst sind illustrative Auseinandersetzungen mit Empfindungen, Ängsten und der Psyche so rar gesät. Ich habe eben diese als Herausforderung gesehen. Ich habe versucht, meine Erlebnisse und Gedanken in Bilder zu fassen, die sowohl für sich alleine stehen als auch mit meinen Texten funktionieren. Ich habe versucht, das Thema weder gewöhnlich noch oberflächlich zu bearbeiten. Herausgekommen ist eine gestalterische, schriftliche und zeichnerische Bearbeitung, die in dieser Form noch nicht anzutreffen ist und in jedem Fall weiter ausgearbeitet werden kann. Eine Bearbeitung, die hoffentlich nicht nur mich selbst auf verschiedenen Ebenen erreicht.

Präsentation der Bachelorarbeit beim Folkwang Finale 2017

Präsentation der Bachelorarbeit beim Folkwang Finale 2017

Ein Beitrag von Isabella Marowski
vom 23. Oktober 2017

Isabella Marowski studierte im Bachelor Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität der Künste. Ihre Vorliebe für Zeichnungen, Typografie, Digital- und Printmedien verband sie innerhalb Ihrer Bachelorarbeit zu einem sehr persönlichen Thema und schloss im Oktober 2017 ihr Studium erfolgreich ab.